top of page

Safety first: Umfassendes Sicherheitskonzept bei der Central European Rally

Ausgefeilte Sicherheitsmaßnahmen für die Central European Rallye seit einem Jahr in Planung. Zuschauer werden aufgerufen, zu den Sicherheitsbemühungen beizutragen. Schon eine Woche vor der Rallye werden die Prüfungen aufgebaut.


Rallyesport wird auf einer offenen Bühne ausgetragen – das gilt auch für den neuesten Lauf im Kalender der WRC als Königsklasse der spektakulären Disziplin. Damit das Geschehen bei der Central European Rally vom 26. bis 29. Oktober für alle Beteiligten sicher ist, arbeitet ein großes und internationales Team schon seit einem Jahr am Sicherheitskonzept für die 18 Wertungsprüfungen und entlang der insgesamt 1.650 Kilometer langen Strecke. Um die zahllosen Details am Ende auch Realität werden zu lassen, kann sich Andreas Spannbauer als Leiter der Streckensicherung auf eine Mannschaft von annähernd 2.500 Personen stützen, die alles unternimmt, um das Geschehen für Zuschauer, Aktive und Helfer so sicher wie möglich zu gestalten. Doch anders als etwa auf permanenten Rennstrecken ist traditionell auch die Kooperation der Zuschauer besonders wichtig, die mit ihrem Verhalten dazu beitragen, das Konzept zu verwirklichen und die Veranstaltung störungsfrei ablaufen lassen zu können.


Rallye findet dort statt, wo sonst der ganz normale Straßenverkehr fließt. Um auf diesen – natürlich mit behördlicher Sondergenehmigung genutzten – Strecken eine sichere Rallye zu erleben, ist die Hilfe aller gefordert. „Ohne verantwortungsbewusste Zuschauer kann eine Rallye nicht stattfinden“, weiß Andreas Spannbauer, der Leiter der Streckensicherung. So können etwa Rallyefans, die die gekennzeichneten Sperrzonen betreten oder sich an sonstigen unsicheren Positionen aufhalten, die Durchführung einer Prüfung bis hin zur Absage verursachen. Der wichtige Appell an alle Fans ist deshalb: Als Einzelner mitverantwortlich handeln, damit die Rallye für alle gut funktioniert. Dazu gehört neben der Nutzung der gekennzeichneten Zuschauerzonen auch, sich überall bewusst für sichere Standort zu entscheiden – zum Beispiel für erhöhte Positionen außerhalb von gefährlichen Bereichen und mit einem Sicherheitsabstand zur Prüfung. No-Go-Areas sind insbesondere die Außenseiten von Kurven sowie der trichterförmige Bereich hinter Sprungkuppen.


Auch beim Erhalt der Rallye-Kultur sind die Besucher gefordert

Immer wieder gibt es Fans, die sich bewusst ihren Standort außerhalb der Zuschauerpunkte suchen. Der dringende Appell der Organisatoren ist jedoch, sich an die Spielregeln zu halten, um die spektakuläre WRC-Show in vollen Zügen zu genießen. „Eine Rallye findet im offenen Gelände statt“, sagt Andreas Spannbauer. „Unsere Bitte an alle Besucher ist aber, die ausgewiesenen Zuschauerzonen zu nutzen. Wir richten diese mit hohem Aufwand ein, um maximales Rallyevergnügen in einem sicheren und komfortablen Umfeld zu ermöglichen.“ Und natürlich werden die Zuschauerpunkte nicht nur den Interessen der Besucher gerecht. So werden etwa geschützte Biotope ausgespart und die Zuschauerlenkung so gewählt, dass die Anwohner der Strecken möglichst wenig gestört werden. Nicht zuletzt finanzieren auch die Ticketkäufer einen Teil der Rallye mit. Denn für die Organisatoren ist eine WRC-Veranstaltung mit enormem Aufwand verbunden. Mit einem Kauf handeln Besucher also letztlich auch fair gegenüber den Organisatoren und all jenen Fans, die ihr Ticket erworben haben.


Ein Jahr Vorbereitung für eine sichere Rallye

Bereits seit dem Frühherbst 2022 laufen die Vorbereitungen der Fachleute für Streckensicherung bei der Central European Rally. Denn zu diesem Zeitpunkt zeichnete sich ab, dass die damalige ADAC 3-Städte-Rallye gemeinsam mit den österreichischen und tschechischen Partnern zum WM-Kandidaten werden könnte, und erste Kontakte zu den zuständigen FIA-Experten brachten Hinweise und frühe Weichenstellungen für das nun geltende Konzept. Dieses wurde danach in intensivem Kontakt mit der FIA durch ein kleines Team weiter präzisiert und geht nun seiner Bewährungsprobe entgegen. „Wir sind gut vorbereitet“, ist sich der Leiter der Streckensicherung Andreas Spannbauer sicher. „Das Konzept ist von allen Beteiligten abgesegnet, das Team der Helfer steht, jetzt müssen wir es vor Ort umsetzen.“


Zuschauerpunkte bieten hohes Maß an Sicherheit und bestmögliche Sicht

Für die Umsetzung braucht es viele ehrenamtliche Helfer, viel Sperr- und Kennzeichnungsmaterial sowie detaillierte Pläne. Sie helfen den Teams vor Ort, die Prüfungen so aufzubauen, wie es sein muss: Sperrzonen werden durchgehend gekennzeichnet, die Zuschauerzonen abgesteckt und Gefahrenstellen zusätzlich abgesichert – zum Beispiel mit einem der zahlreichen eingesetzten Strohballen. Am Ende finden die Aktiven wettbewerbstaugliche Strecken und die Fans gut präparierte Zuschauerpunkte vor. Dabei werden zum Beispiel 34 km gelbe Sperrbanden – die sogenannten „Zwiebelsäcke“ – als mobile Absperrungen der Zuschauerzonen aufgebaut und zusätzlich gute 80 km Absperrband gezogen. „Eine Riesenarbeit! Wir beginnen am Wochenende vor der Rallye mit dem Aufbau der Prüfungen“, schildert Andreas Spannbauer. „Eine wichtige Hilfe sind dabei die örtlichen Vereine, die beim Aufbau ebenso anpacken, wie später beim Betrieb der Zuschauerpunkte.“ Bei der Auswahl dieser Zonen spielten mehrere Faktoren eine Rolle: In ihnen sind die Zuschauer möglichst sicher, haben eine gute Sicht und können möglichst viel von der Action erleben können. Klar: Gleich mehrfach überzeugen sich die Verantwortlichen schon während des Aufbaus, dass die Pläne eingehalten werden, ausreichend Material vorhanden ist und so die Sicherheit gewährleistet wird. Zuletzt fahren kurz vor dem eigentlichen Rallye-Feld die sogenannten „Safety-Cars“ über die Prüfungen. Unabhängig voneinander inspizieren in diesem Konvoi die stellvertretende Leiterin der Streckensicherung, die FIA Safety Delegate sowie ein Beauftragter Medizinische Einsatzleiters, ob alle Planungen umgesetzt wurden und geben ihr Okay.

bottom of page